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NW 20.08.2009
Kompletter Umbruch beim TuS Union Vilsendorf
Johannes Nowitzki (links), Kapitän und Co-Trainer der ersten Mannschaft, sowie Fußballobmann Bernhard Cremer wollen dem TuS Union Vilsendorf einen neuen Identifikationsgrad verpassen.

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Nach dem Abdanken des langjährigen Abteilungsleiters Reinhard Todzi Ende 2008 hat die Zukunft des Fußballs im TuS Union Vilsendorf kurzzeitig auf der Kippe gestanden.

Inzwischen sind die Nebengeräusche verhallt. Johannes Nowitzki (33), Kapitän und Co-Trainer der 1. Mannschaft, und der kommissarische Abteilungsleiter Bernhard Cremer (23) stehen für die frische Brise, die im Bielefelder Norden weht. »Es sind alle Weichen gestellt worden, damit es bei uns wieder aufwärts geht«, spricht Nowitzki von einem »völligen Umbruch« in der Vilsendorfer Kickerlandschaft.

Die Ziele des Klubs sind mittel- und langfristig hoch gesteckt. In einigen Jahren soll das Aushängeschild im Kreisoberhaus eine feste Größe sein. In Vilsendorf orientiert man sich mutig an den Strukturen des VfL Theesen. »Die sind uns 15 Jahre voraus. Auch wir wollen auf die Jugend setzen, ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen, eine neue Identifikation mit dem Stadtteil herstellen«, erklärt Bernhard Cremer, der in der abgelaufenen Saison die »Zwote« trainiert hat. Cengiz Akbulut tritt an seine Stelle.

Mit vielen »Fußball-Verrückten« und einem »neuen Spaß am Fußball«, den der ebenfalls neu gekommene Coach Dieter Ortmann vermitteln möchte, hat sich Union Vilsendorf in der Kreisliga B-Saison 2009/10 lediglich den Nichtabstieg zum Ziel gesetzt. Wissend, dass dies angesichts fehlender Qualität kein leichtes Unterfangen wird. Die Tage, in denen das »Legionärsdasein« und Geld in der 1. Mannschaft als Selbstverständlichkeit galten, sind vorbei. Vilsendorfer Jungs für Vilsendorf - so lautet die Parole.

Die Unioner verfügen wohl über zwei Rasenplätze, sind aber »umzingelt« von Klubs mit einem Kunstrasen. Ein Standortproblem, das in der Vergangenheit etliche Eigengewächse zu den benachbarten »Paradiesen« nach Jöllenbeck, Theesen, Schildesche oder Brake hat abwandern lassen. Nowitzki und Cremer hoffen, dass die neue Ausrichtung manch einen wieder zurücklockt. Bis es einen Kunstrasen in Vilsendorf gibt, wird es fraglos noch Jahre dauern.

An ehrgeizigen Projekten mangelt es den jungen Wilden nicht. Die Holzhütte am Sportplatz mit ihrem eigenwilligen Charme zu einem echten Vereinsheim werden zu lassen, inklusive Umkleidekabinen und Duschen, um von der benachbarten Schule unabhängig zu sein - dieser Wunsch steht oben auf der Liste. Wie ernst der TuS Union Vilsendorf das Primärziel »sportliches Überleben« nimmt, wird dadurch verdeutlicht, dass 1. und 2. Mannschaft schon heute, Donnerstag, die Vorbereitung aufnehmen. Dieter Ortmeier, der einst eine Kampfsportschule betrieben hat, will zum Anpfiff ein »fittes« Team auf dem Platz wissen.

Kalender25.06.2009, Westfalen Blatt

 
 

     

 

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