Johannes
Nowitzki (links), Kapitän und Co-Trainer der ersten
Mannschaft, sowie Fußballobmann Bernhard Cremer wollen dem
TuS Union
Vilsendorf einen neuen Identifikationsgrad verpassen.
Von Jörg Manthey
Bielefeld (WB). Nach dem Abdanken des
langjährigen Abteilungsleiters
Reinhard Todzi Ende 2008 hat die Zukunft des Fußballs im TuS
Union
Vilsendorf kurzzeitig auf der Kippe gestanden.
Inzwischen
sind die Nebengeräusche verhallt. Johannes Nowitzki (33),
Kapitän und
Co-Trainer der 1. Mannschaft, und der kommissarische Abteilungsleiter
Bernhard Cremer (23) stehen für die frische Brise, die im
Bielefelder
Norden weht. »Es sind alle Weichen gestellt worden, damit es
bei uns
wieder aufwärts geht«, spricht Nowitzki von einem
»völligen Umbruch« in
der Vilsendorfer Kickerlandschaft.
Die Ziele des Klubs sind mittel- und langfristig
hoch gesteckt. In
einigen Jahren soll das Aushängeschild im Kreisoberhaus eine
feste
Größe sein. In Vilsendorf orientiert man sich mutig
an den Strukturen
des VfL Theesen. »Die sind uns 15 Jahre voraus. Auch wir
wollen auf die
Jugend setzen, ein stärkeres
Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen, eine
neue Identifikation mit dem Stadtteil herstellen«,
erklärt Bernhard
Cremer, der in der abgelaufenen Saison die »Zwote«
trainiert hat.
Cengiz Akbulut tritt an seine Stelle.
Mit vielen
»Fußball-Verrückten« und einem
»neuen Spaß am Fußball«, den
der ebenfalls neu gekommene Coach Dieter Ortmann vermitteln
möchte, hat
sich Union Vilsendorf in der Kreisliga B-Saison 2009/10 lediglich den
Nichtabstieg zum Ziel gesetzt. Wissend, dass dies angesichts fehlender
Qualität kein leichtes Unterfangen wird. Die Tage, in denen
das
»Legionärsdasein« und Geld in der 1.
Mannschaft als
Selbstverständlichkeit galten, sind vorbei. Vilsendorfer Jungs
für
Vilsendorf - so lautet die Parole.
Die Unioner verfügen wohl über
zwei Rasenplätze, sind aber »umzingelt«
von Klubs mit einem Kunstrasen. Ein Standortproblem, das in der
Vergangenheit etliche Eigengewächse zu den benachbarten
»Paradiesen«
nach Jöllenbeck, Theesen, Schildesche oder Brake hat abwandern
lassen.
Nowitzki und Cremer hoffen, dass die neue Ausrichtung manch einen
wieder zurücklockt. Bis es einen Kunstrasen in Vilsendorf
gibt, wird es
fraglos noch Jahre dauern.
An ehrgeizigen Projekten mangelt es den jungen
Wilden nicht. Die
Holzhütte am Sportplatz mit ihrem eigenwilligen Charme zu
einem echten
Vereinsheim werden zu lassen, inklusive Umkleidekabinen und Duschen, um
von der benachbarten Schule unabhängig zu sein - dieser Wunsch
steht
oben auf der Liste. Wie ernst der TuS Union Vilsendorf das
Primärziel
»sportliches Überleben« nimmt, wird
dadurch verdeutlicht, dass 1. und
2. Mannschaft schon heute, Donnerstag, die Vorbereitung aufnehmen.
Dieter Ortmeier, der einst eine Kampfsportschule betrieben hat, will
zum Anpfiff ein »fittes« Team auf dem Platz wissen.
25.06.2009, Westfalen Blatt